Europameisterschaft in Kroatien

Zehntes Turnier für Reiner Fohr: Osthessen unterstützen DHB-Auswahl

Sind für die EM gerüstet: Michael Hildebrand, Reiner Fohr und Georg Weiß (von links) werden die deutschen Handballer in Zagreb unterstützen.
Fotos: privat

10.01.2018 / HANDBALL - Die Handball-Europameisterschaft der Männer steht vor der Tür: Die deutsche Nationalmannschaft von Bundestrainer Christian Prokop reist als Titelverteidiger nach Kroatien und hat als Zielsetzung das Halbfinale ausgegeben. Unterstützung erfährt die DHB-Auswahl auch in diesem Jahr von Fans aus Osthessen.

Seit der Weltmeisterschaft 2007, als sich Deutschland unter Heiner Brand im eigenen Land die Krone aufsetzte, ist Reiner Fohr (57) regelmäßig bei Welt- und Europameisterschaften vertreten, reist den deutschen Handballern hinterher und war auch beim sensationellen Triumph vor zwei Jahren in Polen dabei. Nur zweimal, bei den Titelkämpfen 2015 in Katar und 2017 in Frankeich, war der Oberhauner nicht dabei.

Jetzt, bei den Wettkämpfen in Kroatien, macht sich Fohr gemeinsam mit Michael Hildebrand (40) und Georg Weiß (70) auf den Weg nach Zagreb, wo die deutschen Handballer ihre drei Vorrundenspiele absolvieren. „Wir fahren mit dem Auto am Freitagabend los und wollen am Samstagvormittag ankommen“, erzählt Fohr wenige Tage vor der EM im Gespräch mit ON|Sport.

Stadtbesichtigung, Therme, Meer

Auf die reiselustige Truppe aus dem Bad Hersfelder Raum warten über 900 Kilometer, bis sie die kroatische Hauptstadt erreicht haben. „Unser Hotel liegt etwas außerhalb, die Halle erreichen wir mit der Straßenbahn in etwa 40 Minuten“, sagt Fohr. Drei Spiele mit deutscher Beteiligung werden die Osthessen vor Ort verfolgen.

Los geht’s bereits am Samstagnachmittag (17:15 Uhr) mit dem Auftakt gegen Montenegro, es folgen die Partien gegen Slowenien (Montag, 18:10 Uhr) und Mazedonien (Mittwoch, 18:10 Uhr). Für die freien Tage haben sich Fohr und Co. verschiedene Aktivitäten vorgenommen. „Wir werden eine Stadtbesichtigung machen, mal in eine Therme gehen und wenn das Wetter passt auch zur Küste fahren“, so Fohr.

„Handballer sind ein anderes Volk“

Während der 57-Jährige regelmäßig den deutschen Handballern hinterher reist, ist es für seine Begleiter die erste Reise zu Titelkämpfen. Zur Gruppe gehören stets auch Max Bohle, Guido Loessler und Herbert Schott, die in diesem Jahr aber nicht nach Kroatien fahren werden. So macht sich diesmal eine neue Kombo, die sich schon mit Fahne, Schals, Hüten und Shirts eingedeckt hat, auf den Weg zur Europameisterschaft.

Warum aber fährt man Jahr für Jahr zu Welt- oder Europameisterschaften? „Es ist einfach eine tolle Gemeinschaft“, erzählt Fohr, „weil alle Fans zusammen feiern und die Sportler nahbar sind. Handballer sind ein anderes Volk, das ist ein großer Unterschied zum Fußball.“ Fohr schätze die friedliche Stimmung, die unter den Fans in den Hallen herrsche.

Bleibt die Frage nach dem sportlichen Abschneiden: was ist drin für den Titelverteidiger? „Ich bin überzeugt, dass wir es ins Halbfinale schaffen“, blickt Reiner Fohr der EM optimistisch entgegen. Er betont aber die knifflige Gruppe, die die DHB-Auswahl erwischt hätte.

Nach der Vorrunde gehts heim

„Wir haben nur Gegner vom Balkan. Das macht jedes Spiel zu einem Auswärtsspiel und in der Hauptrunde könnten Frankreich, Spanien oder Dänemark kommen“, merkt Fohr an. Seinem Optimismus auf ein gutes Turnier der Mannen von Bundestrainer Christian Prokop tut das aber keinen Abbruch.

Allerdings: Nach der Vorrunde werden Hildebrand, Fohr und Weiß wieder in heimatliche Gefilde fahren. „Das war anders nicht möglich, wir mussten ja alle Urlaub nehmen.“ Es bleibt die Hoffnung, dass die Osthessen ihre Heimreise ohne die deutsche Nationalmannschaft antreten … (Tobias Herrling) +++