Erster Sieg seit vier Jahren

3:2! Matchwinner Groth führt Fulda-Maberzell zur Überraschung über Düsseldorf

Lässt sich feiern: Fuldas Däne Jonathan Groth avancierte mit zwei Einzelsiegen zum Matchwinner gegen Düsseldorf
Fotos: Jonas Wenzel

22.01.2018 / TISCHTENNIS - Wechselbad der Gefühle für Bundesligist TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell: Am Sonntag führten die Fuldaer gegen Serienmeister Düsseldorf bereits mit 2:0, ehe die Borussia zurück ins Spiel kam. Duell fünf musste die Entscheidung bringen und in dem war erneut Jonathan Groth, der schon Timo Boll schlug, mit dem Sieg über Anton Källberg der Matchwinner.

„Ich war ein bisschen nervös“, gestand Fuldas Mann des Tages nach dem Spiel. Denn Jonathan Groth musste an die Platte schreiten, als Düsseldorf gerade durch zwei starke Einzelsiege von Stefan Fegerl gegen Ruwen Filus und Timo Boll gegen Wang Xi aus einem 0:2 auf ein 2:2-Unentschieden stellte. Doch was im fünften Duell folgte, war schlichtweg Wahnsinn.

Groth überrollte förmlich seinen Gegenspieler Källberg, der schon Duell eins klar mit 1:3 gegen Xi verlor, sicherte sich schnell ein 2:0 und erspielte sich im dritten Satz ganze sieben (!) Matchbälle. Den ersten nutzte Groth gleich und machte den ersten Sieg über den Serienmeister seit vier Jahren perfekt.

„Weltklasse“, sagte TTC-Trainer Qing Yu Meng über die Vorstellung Groths, der schon im zweiten Duell in der mit 800 Zuschauern pickepackevollen Hubtex-Arena Superstar Timo Boll geschlagen hatte. „Das ist ein Traum, ihn zu schlagen“, frohlockte Fuldas Däne, der bei den kurz zuvor stattfindenden Hungarian Open ordentlich Selbstvertrauen tankte.

Dort schlug er unter anderem Teamkollege Filus und kam erst am Samstag zurück nach Deutschland. „Ein bisschen müde war ich schon, aber ich habe gut geschlafen. Die Vorbereitung war nicht beeinträchtigt“, wiegelte Groth ab. Dass er zwei solche Einzel auf den Court zauberte, habe aber auch ihn überrascht.

„Ich wollte einfach nur Vollgas geben. Das hat ganz gut geklappt“, sagte Groth mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Er und Wang Xi stellten bis zur Pause auf ein 2:0 für den TTC und nicht wenige in der Arena glaubten nun sogar an ein 3:0 der Hausherren. Denn Ruwen Filus wurden im Duell gegen Stefan Fegerl aussichtsreiche Chancen eingeräumt. Doch der Österreicher, der zuletzt etwas schwächelte, meldete sich eindrucksvoll zurück.

„Er hat stark gespielt. Ruwen aber auch, es war unglücklich“, sagte Meng über die Vorstellung Filus‘. Fegerl startete Düsseldorfs Aufholjagd, die Boll gegen Xi zum Ausgleich nutzte. Die Fuldaer, sie gingen an diesem Nachmittag durch ein Wechselbad der Gefühle. Und die Halle, die zuvor euphorisiert wurde, wurde nach Fegerls und Bolls Siegen merklich ruhiger. Sie fürchteten um den Lohn der Fuldaer Mühen.

Bis Jonathan Groth eine weitere Meisterleistung folgen ließ. „Das waren zwei nicht eingeplante Punkte, die noch sehr wichtig werden könnten“, weiß TTC-Vizepräsident Claus-Dieter Schad. Denn im Fünfkampf um die drei Play-Off-Plätze könnten die zwei Punkte zu „Big Points“ werden.

Vorbehaltlich des Ausgangs der Partie zwischen Mühlhausen und Ochsenhausen am Montagabend kletterten die Barockstädter auf den vierten Platz. Der erste Sieg über Düsseldorf seit vier Jahren, er könnte ein entscheidender im Kampf um die Play-Offs gewesen sein. (Tobias Herrling)


DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Wang Xi - Anton Källberg 3:1 (4:11, 11:6, 11:9, 11:5)

Jonathan Groth - Timo Boll 3:2 (11:5, 5:11, 12:10, 9:11, 13:11)

Ruwen Filus - Stefan Fegerl 1:3 (9:11, 9:11, 11:9, 8:11)

Wang Xi - Timo Boll 0:3 (8:11, 5:11, 12:14)

Jonathan Groth - Anton Källberg 3:0 (11:8, 11:8, 11:3) +++