Groth sei Dank!

Vier sieglose Jahre ade: Maberzells Traumabewältigung gegen Düsseldorf

Er war der Mann des Tages bei Maberzells Sieg über Düsseldorf: Jonathan Groth.
Fotos: Jonas Wenzel

23.01.2018 / TISCHTENNIS - Vier lange Jahre haben sie warten müssen, am Sonntag war es wieder einmal so weit: Der Bundesligist TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell hat den Serienmeister Borussia Düsseldorf geschlagen. Nach einem dreieinhalbstündigen Krimi hieß es 3:2 für die Hausherren. Den Sieg hatten sie vor allem einen Mann zu verdanken: Jonathan Groth.

Denn Fuldas Däne war zweifelsfrei der Mann des Tages. Er fegte im fünften und entscheidenden Duell des Tages den Schweden Anton Källberg mit 3:0 (11:8, 11:8, 11:3) vom Court und machte den ersten Sieg seit dem 23. Februar 2014 perfekt. Zuvor sorgte Groth bereits für das erste Highlight in der mit 800 Fans pickepackevollen Hubtex-Arena: Er schlug Superstar Timo Boll mit 3:2 (11:5, 5:11, 12:10, 9:11, 13:11) und stellte bis zur Pause auf 2:0 für die Barockstädter.

"Es war ein Traum, ihn zu schlagen", sagte der glückliche Matchwinner im Nachgang im Gespräch mit ON|Sport. Es war Groths erster Sieg über Boll überhaupt, nachdem er Boll schon häufiger am Rande einer Niederlage hatte. Zuletzt war der Däne, der beim letzten Fuldaer Sieg noch in Hagen spielte, beim verlorenen Finale um die Deutsche Meisterschaft im Sommer 2017 in Frankfurt drauf und dran, Boll zu schlagen.

"Mit seinen variablen Aufschlägen und seiner aggressiven Spielweise konnte er Boll schon häufiger gefährlich werden. Schön, dass es heute geklappt hat", sagte TTC-Vizepräsident Claus-Dieter Schad. Fuldas Funktionär zeigte sich erleichtert, dass es mal wieder zu einem Sieg über Düsseldorf gereicht hat. Trotz Timo Boll. "Wir haben gezeigt, dass wir das Potential haben, Düsseldorf auch mit ihm zu schlagen", sagte Schad voller Stolz.

Der Erfolg über den deutschen Rekordmeister, er hätte sogar in einem erdrutschartigen 3:0 enden können. Denn zur Pause führte der TTC nach den Einzelsiegen von Wang Xi und Groth bereits mit 2:0, ehe Ruwen Filus gegen Stefan Fegerl an die Platte schritt. "Das muss er jetzt machen", dachten sich wohl die meisten der Fuldaer Fans. "Wir haben schon gedacht, dass Ruwen das gewinnt", sagte nach dem Spiel auch Groth.

Doch Fegerl spielte stark auf und rang Filus nach vier Sätzen mit 3:1 (9:11, 9:11, 11:9, 8:11) nieder. Dass Timo Boll anschließend nicht auch noch sein zweites Duell verlieren und Wang Xi schlagen würde, war zu erwarten und so musste Groth ein zweites Mal an die Platte schreiten. Nachdem sich die Hubtex-Arena zeitweise in das berühmte Tollhaus verwandelt hatte, wurde es nach Düsseldorfs Ausgleich merklich ruhiger.

Denn dem TTC drohte der zum Greifen nahe Erfolg aus der Hand zu gleiten. Bis, ja bis Jonathan Groth ein zweites sensationelles Einzel folgen ließ. "Ich war nervös, aber ich wollte einfach Vollgas geben", sagte der erst am Vortag von den Hungarian Open zurückgekommene Däne. An seine starke Vorstellung knüpfte er einen Tag später in Fulda an - Groth sei Dank! (Tobias Herrling) +++