Springer begeistern

Rosenmontagszug lockte wieder tausende von Besuchern nach Herbstein


Fotos: Dieter Graulich

13.02.2018 / HERBSTEIN - Mit einem lauten „Fertig Drei-Vier“ des Bajazz „Benedikt der I., närrischer Ingenieur für Wirtschaft und Beton“ setzte in den frühen Morgenstunden die Musikkappelle ein und der Rosenmontagszug mit dem in Deutschland einzigartigen Springerzug setzte sich vom Vereinsheim aus in Bewegung. Es war ein imposanter närrischer Zug der sich dann durch die Stadt auf dem Berge schlängelte. Vorweg wieder die Reitergruppe, dann Elferrat und das FVH-Ballett sowie die Schwellköppe. Es folgten der Springerzug, flankiert von den Gardisten, und der Musikverein Insgesamt 40 Zugnummern umfasste der närrische Lindwurm, der sich durch die Gassen von Herbstein schlängelte. Immer wieder tauchten zwischen den Gruppen die Traditionsfiguren der Herbsteiner Foaselt, Siebpferdchen, Storch und der Erbsenstrohbär, sowie die Kehrer auf.

Die Themen waren diesmal bunt gemischt. Von der Spende der Musiktreibenden Vereine für den Spielplatz am Kindergarten, über das langsame Internet, das jetzt endlich schneller werden soll, die 1250 Jahrfeier des Stadtteiles Altenschlirf, dem Disneyland aus Lanzenhain, der Jugend des Ilbeshäuser Babbegei war so ziemlich alles vertreten. Motivwagen kamen nicht nur aus Herbstein sondern auch vom Tumaba, dem LCV und der Brauerei Lauterbach, aus Allmenrod, Altenschlirf, Lanzenhain, Schlechtenwegen, Nösberts-Weidmoos, Grebenhain, Ilbeshausen und Frischborn. Die „große Politik“ war diesmal nicht so stark vertreten, da in letzter Zeit ja stündlich neue „Schreckensmeldungen“ kamen. Lediglich Landwirtschaftsminister Schmidt wurde wegen der Genehmigung von Glyphosat auf die Schippe genommen. Auch die Pleite von Air-Berlin wurde glossiert.

Im Verlauf des Umzugs machte der Zug immer wieder vor den Haustüren der Geschäftsleute einen kurzen Halt. Diese werden zum Rosenmontagsball eingeladen, der Bajazz tanzte mit der Hausherrin oder deren Tochter und der Springerzug zeigt seine Künste. Zur Honorierung dieses Aufspielens erfolgt eine ansehnliche Spende in die Kasse, sowie auch für den Bajazz und die Pärchen.

Abschluss war in der Mittagszeit am Marktplatz. Hier wartete schon Bürgermeister Bernhard Ziegler mit einer ganzen Anzahl Prominenten aus Politik und Wirtschaft. Sie mischten sich nach den närrischen Formalitäten im und am Rathaus dann unter das Volk.

Ende und Abschluss des Zugs war wenig später am „Haus des Gastes“ mit dem Rosenmontagsball. Zum Finale wurde hier der Bajazz mit seinem Springerzug von der begeisterten Narrenschar begrüßt und zeigte noch einmal seine höchsten Sprünge. (gr) +++