40-tägige Fastenzeit beginnt

Aschekreuz als sichtbares Zeichen: "Gott nimmt Euch, so wie Ihr seid"


Fotos: Carina Jirsch

14.02.2018 / FULDA - „Obwohl die Faschingszeit nun vorbei ist, sollte keiner darüber traurig sein“, erklärte Pater Jens Watteroth den rund 300 Besuchern des Gottesdienstes am Mittwochmorgen im Fuldaer Dom. Zahlreich waren vor allem Schüler gekommen, um am Aschermittwoch das traditionelle Aschekreuz zu empfangen. „Während des Fastens ist der Herr uns besonders nahe. Eine freudige und besondere Zeit beginnt.“

Besonders wichtig, so betonte Pater Watteroth, sei dabei, sich selbst bewusst zu machen, was der Verzicht und auch der Glaube an Gott für den Menschen selbst bedeute. „Geht nicht mit dem Megaphon durch die Stadt, posaunt nicht heraus, dass Ihr fastet. Gott sieht auch so, was im Verborgenen geschieht.“ Das Aschekreuz sei ein Zeichen, das den Menschen Trost und Hoffnung schenke, aber auch ein echtes Statement nach außen. „Es wäre schön, wenn Ihr das Kreuz nicht nach dem Gottesdienst gleich abwischen würdet. Lasst es auf der Stirn, vielleicht kommt Ihr so mit anderen ins Gespräch und könnt ihnen berichten, wie viel Freude Euch der Glaube schenkt“, meinte Watteroth.




"Gott nimmt jeden, so wie er ist. Wir können zu ihm kommen, so wie wir sind.“ Niemand, so der Pater, müsse perfekt sein. „Gerade mit unseren Schattenseiten und auch der ein oder anderen schlechten Eigenschaft hilft uns Gott. Wir brauchen nur den Mut, vor ihn zu treten und ihn um Hilfe zu bitten.“ Täglich drei bis vier Minuten Zeit zum Innehalten wünschte Watteroth den Gottesdienstbesuchern mindestens während der heute beginndenden 40-tägigen Fastenzeit. „Wer sich in dieser Zeit auf den Herren besinnt, wird schnell spüren, dass Gott uns zum Guten führt.“

Hintergrund:
Die Spendung des Aschekreuzes findet in der Heiligen Messe nach Aschermittwoch statt. Nach der Predigt segnet der Priester die Asche durch ein Gebet und eine Besprengung mit Weihwasser. Im Anschluss daran zeichnet der Priester den Gläubigen das Kreuz auf die Stirn als sichtbares Zeichen für die Vergänglichkeit allen Lebens und spricht die Worte:“ Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“. „Gewonnen“ wird die Asche übrigens aus den verbrannten Palmen- oder Buchsbaunzweigen, die am vorjährigen Palmsonntag gesegnet wurden. (Miriam Rommel) +++