Neues Geschäftsmodelle

EDAG: Daten sind die neue Währung - Jetzt auch in der Automobilindustrie

Daten sind die neue Währung – jetzt auch in der Automobilindustrie
Foto: EDAG

14.02.2018 / FULDA - Daten sind die neue Währung. Dies haben Facebook, Amazon & Co. längst durch ihren kometenhaften Aufstieg bewiesen. Der Wiesbadener Engineering Partner EDAG zeigt auf dem Mobile World Congress in Barcelona wie auch die Automobilindustrie neue Geschäftsfelder für sich erschließen kann.

Die heutigen Fahrzeuge sind gigantische Informationslieferanten, die wie ein riesiger Schwarm zu jeder Uhrzeit permanent Daten erfassen. Die Vielzahl der verbauten Sensoren und Systeme macht es möglich.
„Dieses enorme Potenzial bleibt bis auf fahrzeug- oder herstellerinterne Anwendungs-fälle ungenutzt. Unser Geschäftsmodell sieht vor, diese Fahrzeugdaten herstellerübergreifend zentral zusammenzuführen und passend für Automotive- und Non-Automotive-Partner für deren Dienste zu qualifizieren und zu konfektionieren“, erläutert Jürgen Vogt, CEO der EDAG Gruppe. Kern ist ein Analyseverfahren, dass die gigantischen Mengen der generierten Fahrzeugdaten intelligent verknüpft, interpretiert und zu vermarktungsfähigen Datenpaketen und „Digital Services“ zusammenfasst.

Das EDAG-Geschäftsmodell erschließt eine große Anzahl potentieller Vermarktungsszenarien. So könnten Fahrzeuge zu Wetterstationen werden. „Dank der Anzahl der mobilen Datenlieferanten könnten wir den Wetterdiensten eine bisher unerreichte und minutenaktuelle Informationsqualität zur Verfügung stellen,“ erklärt Johannes Barckmann vom EDAG Innovationsteam. Der Mehrwert entsteht jedoch erst durch die Verknüpfung der einzelnen Datenarten wie z.B. GPS-, Temperaturinformationen oder dokumentierte Rückmeldungen aus dem Fahrwerkssystem. Ein anderer Digital-Service könnte dank der in den Fahrzeugen verbauten Kamerasysteme entstehen.
Die erfassten Bilder könnten der mobilen Community ein intelligentes Parksystem zur Verfügung stellen: Freie Parkplätze im Stadtgebiet werden ständig aktuell erfasst und jedem Fahrer zeitnah zur Verfügung gestellt. Auch für Versicherungen und Versicherungsnehmer könnten die erfassten Fahrzeugdaten von Interesse sein.
Erfasste Geschwindigkeiten, Angaben der Abstandssensoren, gemessene Drehzahlen, Bremsmanöver und ortsgenaue Wetterdaten könnten intelligent kombiniert und ausgewertet werden. Der Fahrer könnte mit seinem Fahrstil dazu beitragen, die Höhe der Versicherungsprämie selber zu beeinflussen. Die EDAG Gruppe hat für ihr Analyseverfahren intelligente Datenbank- und Clustersysteme wie Spark, hadoop, Kafka, elastic oder cassandra implementiert und weiter-entwickelt. Auf den EDAG-Servern werden die Daten der Partner gespeichert, analysiert, kontextbezogen verknüpft und interpretiert.

Aktuell entwickelt EDAG für einen deutschen Premiumhersteller ein System für das Erfassen von Straßenschäden für mehr Sicherheit und Fahrkomfort. Über die Fahrwerkssensoren werden Straßenschäden ortsgenau erkannt, an einen Zentralrechner übermittelt und permanent katalogisiert und ausgewertet. Diese Informationen werden allen Kundenfahrzeugen des Herstellers fortlaufend zurückgemeldet und das Fahrwerk bei nahenden Straßenschäden vorausschauend angepasst.

Daten sind die neue Währung – jetzt auch in der Automobilindustrie

Daten haben sich zur neuen Währung entwickelt und neue sowie vor allem hochprofitable Geschäftsmodelle hervorgebracht. EDAG verfolgt das Ziel, das Potential der Daten, die Fahrzeuge weltweit sammeln, in Digital-Service-Modelle zu überführen und branchenübergreifend zu vermarkten. Dabei sollen sie nicht nur gesammelt und an Drittanbieter verkauft werden, auch der Fahrzeugbesitzer soll profitieren. So kann der Fahrer selber entscheiden, welche Fahrzeugdaten er zur Verfügung stellen möchte; auf dieser Basis wird er entlohnt – monetär oder er profitiert wie im Fall des „Insurance Ansatzes“ von günstigeren Prämien.

BFFT – Tochterunternehmen der EDAG Engineering GmbH - präsentiert in Barcelona das Thema Connectivity

Connectivity hat längst im Alltag Einzug gehalten. Die vernetzte Welt bietet ein Mehr an Komfort, impliziert aber gleichermaßen große technische Herausforderungen: So müssen Smartphones mit unterschiedlichen Betriebssystemen, Apps und Software von anderen Endgeräten - beispielsweise im Smart Home Umfeld - kompatibel sein und zu jedem Zeitpunkt funktionieren. Durch die Vielzahl an Systemen und Apps, die zudem regelmäßig durch Updates modifiziert werden, wird eine stetige und valide End-to-End-Absicherung zu einer extrem komplexen Aufgabe.
Die EDAG Tochter BFFT stellt in Barcelona ihr Automatisierungsframework „CShark“ vor, um diese hochkomplexen Anforderungen zu erfüllen. „CShark“ ist ein modulares Automatisierungsframework, das speziell für die Absicherung komplexer Services ent-wickelt wurde. Dabei können die verschiedenen Komponenten sowohl einzeln als auch in der kompletten End-to-End-Kette automatisiert getestet werden. Die Tests lassen sich dabei bequem über ein Onlineportal oder eine App verwalten und starten. „Von dort aus können auch direkt die Testergebnisse ausgewertet und verteilt werden“, erläutert Markus Fichtner, Geschäftsführer der BFFT. Neben der Integration von Software und Apps in das Automatisierungsframework, bietet BFFT auch die kundenspezifische Anbindung von Hardware-Komponenten in das eigenentwickelte System an.

„CShark“ ist seit 2016 bereits im Serieneinsatz und wird aktuell für die End-to-End-Absicherung verschiedener mobiler Onlinedienste in der Automobilbranche eingesetzt. „Unsere Präsentation auf dem Mobile World Congress dokumentiert den Aufbruch der EDAG-Gruppe in die Digitale Welt. Die Themen Big Data und Connectivity werden fester Bestandteil der EDAG-Expertise in der Fahrzeug- und Produktionsanlagenentwicklung. Als Entwicklungsunternehmen, das die mobile Zukunft mit definiert, haben wir den Anspruch, den Transformationsprozess mit eigenen Konzepten proaktiv zu gestalten“, bekräftigt Jürgen Vogt, CEO der EDAG Gruppe. Sie finden die EDAG auf dem World Mobile Congress in der Halle 6.0 „Main Exhibition“. (pm)+++