Netzwerktagung im Hotel Esperanto

Anschubhilfen: Experten beraten zur Arbeitsintegration behinderter Menschen

Initiatoren und Referenten der Netzwerktagung im Hotel Esperanto
Fotos: Marius Auth

14.02.2018 / FULDA - 25 Prozent der in Deutschland beschäftigungspflichtigen Arbeitgeber haben keine schwerbehinderten Mitarbeiter - ein brachliegendes Potenzial, das in Zeiten des Fachkräftemangels in den Blick gerät. Bei der Netzwerktagung im Hotel Esperanto kommen am Mittwoch und Donnerstag 200 Akteure aus bundesweiten Inklusions-Initiativen zusammen, um Ansätze zur Integration schwerbehinderter Menschen in den Arbeitsmarkt zu beraten.

Das "Programm der Bundesregierung zur intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen" hat zwischen 2014 und 2017 insgesamt 59 Projekte hervorgebracht. Die Projekte wurden von den Trägern der Arbeitsförderung und der Grundsicherung in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern entwickelt und umgesetzt. Schwerbehinderte Menschen sollen an Ausbildung und Beschäftigung besser herangeführt werden, bestehende Beschäftigungsverhältnisse sollen stabilisiert werden.

Auch Unternehmen sollen stärker sensibilisiert werden, damit mehr Menschen mit Behinderung ausgebildet und beschäftigt werden. In Fulda findet die Tagung heute und morgen statt, da das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf Initiative des Projektes "Fulda Futur" das Zusammenkommen der Initiativen initiiert hatte: Der Landkreis Fulda in Form des kommunalen Kreisjobcenters, die Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda und die Perspektiva gGmbh Fördergemeinschaft Theresienhof für Arbeit und Leben hatten sich im Projektzeitraum Januar 2015 bis Dezember 2017 zusammengeschlossen, um unter dem Label "Fulda Futur" Unternehmer zur Öffnung ihrer Betriebe für Menschen mit Behinderung zu gewinnen.

Landrat Bernd Woide begrüßte die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen, Jobcenter, Bildungsträger, Institute, Verbände, Vereine, gemeinnützigen Gesellschaften, Unternehmensberatungen, Stiftungen, Hochschulen und Universitäten und wies auf die besondere Lage des Landkreises Fulda hin: "In unserer Region leben 220.000 Einwohner, wir haben eine Arbeitslosenquote von nur drei Prozent. Es wäre allein schon deswegen sträflich, das Thema Inklusion nicht forciert anzugehen. Die Thematik muss aus der sozialpolitischen Ecke herausgeholt werden - behinderte Menschen sind eine Bereicherung für den Arbeitsmarkt. Es braucht nur Anschubhilfen." (mau) +++