Hünfeld in Bad Soden gefordert

Schlusslicht Mengsberg kommt: Verlieren verboten für den RSV Petersberg

Der Hünfelder SV und Nils Wenzel gastieren in Bad Soden
Archivfoto: Jonas Wenzel

09.03.2018 / FUSSBALL - Fünf der sechs osthessischen Verbandsligisten sind am Wochenende im Einsatz. Lehnerz II versucht sich, durch einen Sieg in Kassel an das obere Tabellendrittel heran zu robben und Neuhof möchte keinesfalls die Abstiegssorgen vergrößern. Außerdem bittet die SG aus Bad Soden den souveränen Tabellenführer aus Hünfeld zum Tanz. Der Abstiegskrimi schlechthin darf natürlich auch nicht fehlen, denn der vorletzte Petersberg empfängt den letzten Mengsberg. 

RSV Petersberg – TSV Mengsberg (Sonntag, 15 Uhr)

Mit 1:3 ging das Hinspiel in der Fremde verloren und damit geht genau die Hälfte der Mengsberger Punkteausbeute auf die Kappe von Petersberg. „Von Revanche oder dass wir etwas gut machen müssen, möchte ich nicht reden“, äußert sich Petersbergs Trainer Jürgen Krawczyk zum Hinspiel, bei dem er allerdings noch nicht im Amt war. Bereits drei Spiele kann der RSV in der Rückrunde vorweisen, doch die magere Ausbeute von zwei Punkten ist in der aktuellen Situation einfach zu wenig. „Man kann schon sagen, dass für uns nur noch Siege zählen“, gibt Krawczyk zu, „wir müssen nun eine Serie mit mehreren Siegen hintereinander starten.“

Ein weiterer Punkt, der gegen die Petersberger spricht, sind die bereits 22 absolviertenSpiele. In der Liga hat der RSV die meisten Spiele bestritten und die direkten Kontrahenten im Abstiegskampf haben bis zu fünf Möglichkeiten mehr, zu punkten. „Dass Mannschaften wie Eschwege und Willingen sechs beziehungsweise fünf Spiele weniger als wir haben, grenzt schon an Wettbewerbsverzerrung. Ich weiß nicht, wie der Verband so etwas zulassen kann“, ärgert sich Krawczyk. Allem Ärger über die Spielansetzungen zum Trotz, hofft der Trainer, dass mit Julian Wehner und Andreas Brzoza zwei mit Grippe erkrankte Spieler zum Wochenende wieder fit sind. 

SG Bad Soden – Hünfelder SV (Samstag, 15:30 Uhr)

Die SG hat durch den Sieg am vergangenen Wochenende in Kaufungen mächtig Selbstbewusstsein getankt und geht nun mit einer breiten Brust in das Duell mit dem unangefochtenen Spitzenreiter. „Der Sieg hat gutgetan und nun freuen wir uns auf das Spiel gegen Hünfeld. Wir wollen für eine Überraschung sorgen“, gibt sich Bad Sodens Trainer Anton Römmich angriffslustig.

Die aktuelle Tabellensituation ist etwas verzwickt für die SG, denn trotz des momentanen Mittelfeldplatzes sind die Abstiegsränge nicht so weit weg. „Einige Teams haben noch weniger Spieler als wir und deswegen lassen wir uns von der Tabelle auch nicht täuschen. Aber unser Trend zeigt nach oben“, so Römmich. Die unterschiedliche Anzahl der Spieler innerhalb der Liga sieht der Trainer jedoch nicht als Unvermögen des Verbandes an. „Wir haben einfach Glück, dass wir über einen Kunstrasenplatz verfügen und auch um die Winterpause herum gegen Mannschaften mit Kunstrasenplätzen gespielt haben“, freut sich Römmich.

Die deutliche Hinspiel-Niederlage nimmt laut dem Trainer keinen Platz mehr in den Köpfen seiner Spieler ein. Doch Römmich selber hadert mit dem Spiel, da er damals unter Ex-Coach King selber mitgewirkt hatte und durch einen groben Schnitzer die Wende im Spiel eingeleitet hatte. „Wir haben 1:0 geführt und dann habe ich durch einen schlimmen Fehlpass den Elfmeter zum Ausgleichstreffer und die daraus resultierende rote Karte provoziert“, erklärt Römmich. Ähnliches soll seinen Schützlingen diesmal nicht passieren.

SV Neuhof - SV Kaufungen (Sonntag, 15 Uhr)

Nach vier Monaten ohne ein einziges Pflichtspiel darf Neuhof am Wochenende endlich wieder ran und empfängt dabei die Gäste aus Kaufungen, die vergangenes Wochenende gegen Bad Soden verloren haben. „Die Vorbereitung war extrem schwer, da wir nur selten draußen trainieren konnten und mit den Witterungsbedingungen extrem kämpfen mussten“, sagt Neuhofs Sportleiter Alexander Bär.

Im letzten Test am Dienstagabend gegen den starken Gruppenligisten aus Eichenzell wurde dem SVN erneut seine Schwächen aufgezeigt, die sich vor allem im Abwehrverbund verstecken. „Die Baustelle ist definitiv die Defensive. Doch auch in der Winterpause haben wir es nicht geschafft, die Löcher zu stopfen“, gibt Bär zu. Die zahlreichen Neuzugänge bräuchten zudem Zeit, um sich in das Kollektiv zu integrieren. „Die individuelle Qualität ist da, aber Fußball ist ein Mannschaftssport und deswegen müssen wir als Einheit auftreten“, so der Sportleiter.

Trotz der schlechten Vorbereitung und der generell schlechten Vorzeichen will Neuhof auf keinen Fall resignieren und sieht sich keinesfalls als Abstiegskandidat - trotz der Tabellensituation. „Wir spielen zu Hause und deswegen muss das Spiel gegen Kaufungen auch gewonnen werden“, gibt sich Bär kämpferisch.

CSC Kassel – TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr)

Ein Spiel absolvierte die Reserve des TSV Lehnerz in der Restrunde und verlor gegen Rothwesten unnötig mit 2.4. Nun kommt mit dem Viertplatzierten aus Kassel ein starker Gast an die Richard-Müller-Straße. „Wir wollen natürlich punkten, aber ich wäre auch mit einer Punkteteilung zufrieden, da der CSC eine der stärksten Mannschaften der Liga ist“, ist sich Lehnerz-Trainer Sedat Gören der schweren Aufgabe bewusst.

Durch einen Sieg könnten die Lehnerzer zudem an das obere Tabellendrittel andocken und Mannschaften wie Kassel auf die Pelle rücken. Als Vorteil bei diesem Vorhaben könnten sich die Nachholspiele auswirken, da der TSV im Gegensatz zu Kassel zwei Spiele weniger auf der Habenseite hat. „Die Nachholspiele müssen auch erstmal gewonnen werden. In dieser Liga kann man sich nicht sicher sein“, so Gören.

Nach Betrachtung der Hinserie hat Lehnerz nicht mehr viel mit dem Abstieg am Hut, doch in der Liga geht es sehr eng zu und man kann sich keinesfalls sicher fühlen. „Unser Ziel waren von Anfang an die 40 Punkte und so lange diese nicht erreicht sind, sagen wir nichts anderes“, so Trainer Gören. Fraglich für das Wochenende sind nach einer Viruserkrankung Torhüter Christoph Grösch und Feldspieler Kaan Say nach einer Fußverletzung. (Hendrik Erb) ++