Abitur 2018

Abi an Fuldaer Schulen: Plakate, Buffets... Wie motivieren sich Abiturienten?


Fotos: Luca Link

12.03.2018 / FULDA - Bevor man sich auf Zeugnisvergabe, Abireise und Abiball freuen darf, geht es jetzt noch einmal in die heiße Phase. An den Fuldaer Schulen rauchen die Köpfe, denn die schriftlichen Abiturprüfungen 2018 haben vergangenen Donnerstag begonnen. Noch bis zum 22. März müssen die Abiturienten ihr Können im schriftlichen Prüfungsteil unter Beweis stellen. Im Mai beginnen dann schließlich die mündlichen Prüfungen.

Am Mittwoch, 14. März, steht das LK/ GK Mathematik Abitur auf dem Plan. Wie in den vergangenen Jahren lassen sich mit 17.500 Schülern die meisten Abiturienten bei dem schriftlichen Prüfungsteil in Mathematik prüfen. Rund 25.500 Schüler machen in Hessen insgesamt ihr Abi.

An der Marienschule Fulda wird sich gegenseitig motiviert und "dann geht es gleich an's Lernen"

Der Schulleiter der Marienschule Fulda, Dr. Oswald Post, drückt auch nach vielen miterlebten Abiturjahrgängen seinen Schülerinnen dieses Jahr die Daumen. „Die Schülerinnen sollen keine Angst haben, darauf achten wir hier an der Marienschule besonders. Das ist so wichtig, sonst blockieren sie sich selber“, erklärt er. Zudem hat er dieses Jahr auch einen eigenen Abiturkurs im Fach Religion und begleitet seine Schülerinnen auf dem Weg durch die Prüfung bis hin zum angestrebten Abitur: „Ich habe daher selber Prüfungen. Man fragt sich dann: Schafft sie meine Aufgaben? Habe ich insgesamt den Kurs gut genug vorbereitet? Na klar fiebere ich auch dieses Jahr wieder mit.“, so Dr. Post.

Abiturientin Esther Lomb, 18, hat die beiden Leistungskurse Englisch und Geschichte gewählt und lässt sich zudem noch in Mathematik, Deutsch und Religion prüfen. Auf die Frage, wie ihr aktueller Alltag aussieht, sagte sie: „Ich komme nachhause, dann geht es gleich an's Lernen. Ein bisschen schlafen und essen noch und vor allem brauche ich in dieser Zeit Sport zum Ausgleich.“ Der Sport sei gut, um sich abzulenken und runterzufahren. Auch Musik hören, um sich zu entspannen, gehöre für sie in der Abiturphase dazu. Bei den schriftlichen Prüfungen sieht man immer mehr Schüler mit Jogginghosen, auch sie gehöre dazu, sagt sie: „Das ist einfach bequemer. Man hat mehr Freiheit, bei seinen Prüfungen sollte man sich wohlfühlen.“ Esther motiviert sich in dieser Phase mit dem Gedanken daran, dass man es schon so weit geschafft habe und es jetzt einfach nur noch durchziehen müsse und freut sich darauf nach dem Abitur endlich wieder mehr mit Freunden machen zu können.

OSTHESSEN|NEWS war am Marianum Fulda und trifft auch dort auf gestresste, aber motivierte Abiturienten

Abiturient Marius Scherf, 19, lässt sich in den beiden LK Fächern Geschichte und Biologie prüfen und in Mathematik, Religion und Deutsch. Der Alltag in dieser Zeit sei stressig: „Nach dem Aufstehen wird kurz gefrühstückt, dann wird gelernt, kurz an die frische Luft gegangen und danach wieder weitergelernt. Nach dem Mittagessen wird wieder gelernt und das bis nachts um 00.00 Uhr.“ Um sich abzulenken und runterzufahren, schwört er auf Musik und YouTube. In den schriftlichen Prüfungen „da trage selbst ich mal Jogginghosen. Das ist für mich ein Muss.“ Marius ist motiviert: „Es sind die letzten Meter vor dem Abschluss“. Auf die freie Zeit nach dem Abitur, das Party machen und das Reisen in Großstädte freue er sich besonders sehr.

Motivation gibt es von Eltern, Verwandten, Freunden und Mitschülern

An vielen Schulen im ganzen Land hängen seit Tagen große Plakate, auf denen Eltern, Freunde und Geschwister den Schülern Mut für ihre Prüfungen machen. Auch an der Marienschule und dem Marianum haben sich die Lieben der Abiturienten sehr viel Mühe gegeben. Die Tradition der sogenannten „Motivationsplakate“ an der Marienschule besteht schon lange und auch in diesem Jahr wird wieder das gesamte Treppenhaus des Gebäudes, in dem die Prüfungen stattfinden, damit „tapeziert“. „Die Idee mit den Plakaten finde ich einfach klasse. Die Abiturientinnen laufen auf ihrem Weg zur Prüfung jedes Mal an den Plakaten vorbei und werden kurz vor der Prüfung nochmal richtig von den motivierenden Worten ihrer Angehörigen gepusht“, freut sich Dr. Post. Eine weitere Abitur-Tradition an der Marienschule ist das „Snackbuffet danach“. Der kommende Abiturjahrgang, also die Q2, bereitet dort an jedem Tag, an dem eine Prüfung stattfindet, ein vielfältiges Buffet im Oberstufenraum vor. Dort können sich dann die Abiturientinnen nach der Prüfung stärken und den Prüfungstag ausklingen lassen.

Im vergangenen Jahr lag der Notendurchschnitt beim landesweiten Abitur bei 2,41. 96,4 Prozent hatten die Prüfung 2017 bestanden. 498 Abiturienten schafften die Traumnote 1,0. Seit der Einführung des Zentralabiturs im Jahr 2006 bewegt sich der Notenschnitt zwischen 2,40 und 2,48.

Schulleiter Dr. Oswald Post motiviert die diesjährigen Abiturienten: „Jede Prüfung ist Aufregung, egal ob Examen, Abitur oder Führerscheinprüfung. Man muss sich konzentrieren und auf das besinnen, was man in der ganzen Zeit gelernt hat, dann klappt es!“. (Luca Link) +++