Dorfmitte oder Kinderkrippe?

Bürgermeister enttäuscht vom Pfarrer - "Chance zum Diskutieren nutzen"


Archivfoto: Hans-Hubertus Braune

12.03.2018 / NIEDERAULA - Enttäuscht vernahm Bürgermeister Thomas Rohrbach die Pressemitteilung des Kirchenvorstandes der Evangelischen Kirchengemeinde Niederaula vom 6. März diesen Jahres auf OSTHESSEN|NEWS (siehe Mehr zum Thema rechts), die mittlerweile auch in der Kircheneule sowie dem Niederauler Wochenblatt veröffentlich wurde.

Nachfolgend ebenfalls die Pressemitteilung des Bürgermeisters im Wortlaut: "Im Rahmen des zitierten Gesprächs zwischen dem Kirchenvorstand Niederaula und dem Bauamtsleiter der Marktgemeinde Niederaula, Heiko Reuber und Bürgermeister Thomas Rohrbach wurde in Anwesenheit des Leiters des Kirchenkreisamtes, Alexander Reitz, festgelegt, dass im Rahmen einer Informationsveranstaltung über die weitere Nutzung und Gestaltung der Fläche des ehemaligen Evangelischen Kindergartens rund um die Kirche beraten und diskutiert werden soll.

Der Kirchenvorstand bekräftigte zwar seine Meinung für den Bau der Kinderkrippe neben der Kirche, wollte aber ein Stimmungsbild der Bevölkerung einfangen. Daher gestaltete Bürgermeister Rohrbach eine Einladung, die sachlich und neutral, ohne meinungsbildende Wirkung im Namen der Kirchengemeinde und der Marktgemeinde Niederaula verfasst wurde und ohne Änderungswünsche von Pfarrer Werner Ewald in den regionalen Medien und der Kircheneule in den vergangenen Tagen erschienen ist.

Keinesfalls hat Bürgermeister Rohrbach behauptet, dass nach seinen Eindrücken, eine Mehrheit der Bevölkerung für den Dorfplatz besteht, sondern, dass aufgrund von vielen Hinweisen aus der Bevölkerung Niederaulas, die verantwortlichen Gremien diese Chance nochmals diskutieren sollten, um die durch den Abriss entstandenen neuen optischen Eindrücke aufzunehmen und möglicherweise einen alternativen Standort für die Kinderkrippe zu suchen. Im Übrigen war Pfarrer Werner Ewald einer der ersten Personen, die Bürgermeister Rohrbach auf die neu entstandene schöne Freifläche aufmerksam gemacht hat. Hiernach folgten neben einem ehemaligen Kirchenvorstandsmitglied, Nachbarn und Bewohner des Ortskernes von Niederaula, aber auch von außerhalb.

Auch wurde das angedachte Wohnbaugebiet an der alten Leimkaute nicht vom Regierungspräsidium verworfen, lediglich eine Fläche im hinteren Bereich hin zu den verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben, kann als Wohnbebauung nicht genutzt werden. Die als Alternative angedachte Fläche ist nach den derzeitigen Erkenntnissen für die angedachten Zwecke nutzbar. Dies hat Bürgermeister Rohrbach im angesprochenen, gemeinsamen Gespräch ebenfalls den Vertretern der Kirchengemeinde erläutert.

Weitere Klarheit über die mögliche Nutzung der möglichen Alternativfläche soll die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und von Privaten aufzeigen, die aktuell im Gang ist. Die Auslage erfolgt im Rathaus zu den normalen Öffnungszeiten, bzw. sind die Unterlagen auf der Homepage der Marktgemeinde Niederaula hinterlegt. Stellungnahmen können noch bis zum 23.03.2018 abgegeben werden.

Bedauerlich ist, dass mit der angesprochenen Pressemitteilung des Kirchenvorstands nur einseitig auf die Informationsveranstaltung hingewiesen wird, was nicht im Sinne aller Verantwortlichen sein sollte.

Um den verantwortlichen Gremien Hilfestellungen für ihre Entscheidungsfindung geben zu können, erhofft sich Bürgermeister Rohrbach eine rege Beteiligung an der Informationsveranstaltung am kommenden Donnerstag, 15.03.2018 um 19:30 Uhr im Saal des Gemeinschaftszentrum Niederaula der Gaststätte „Zum Alten Forsthaus“ und lädt nochmals alle Mitbürgerinnen und Mitbürger ganz herzlich zu diesem Dialog über die zukünftige Gestaltung der entstandenen Freifläche rund um die Kirche ein. (pm) +++