Umweltfreundlicher E-Bus für Maintal

Stadtverkehr möchte mit Pilotprojekt Erfahrungen sammeln

Noch ist die Flotte der Stadtverkehr Maintal GmbH mit einem klassischen Dieselantrieb unterwegs. Doch auf der Strecke der Linie MKK 22 der Stadtverkehr Maintal GmbH (SVM) soll perspektivisch ein Elektrobus eingesetzt werden.
Foto: Stadt Maintal

13.03.2018 / MAINTAL - Auf der Strecke der Linie MKK 22 der Stadtverkehr Maintal GmbH (SVM) soll perspektivisch ein Elektrobus eingesetzt werden. Dies wurde mit dem Wirtschaftsplan der SVM im Rahmen des Haushalts 2018 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Anlass für die geplante Neuanschaffung ist die Empfehlung einer vom Land Hessen geförderten Beratung zum Einstieg in die Elektrobusmobilität, die die Stadt Maintal in Anspruch nahm.

„Mit dem Einsatz eines Elektrobusses können wir wertvolle Erfahrungen im Umgang mit der neuen Technologie sammeln“, blickt die Vorstandsvorsitzende der SVM, Bürgermeisterin Monika Böttcher in die Zukunft. Allerdings wird es durch Ausschreibung und Beschaffung mindestens zwölf bis 18 Monate dauern, bis sich der neue Bus im Alltag bewähren kann. Für seine Anschaffung muss die SVM mit Kosten in Höhe von derzeit circa 500.000 Euro (=E-Bus ohne Lade-Infrastruktur) rechnen, die jährliche Wartung und Instandhaltung schlägt mit knapp 10.000 Euro zu Buche. Ein wie bislang eingesetzter Bus mit Dieselantrieb kostet rund 230.000 Euro, seine Unterhaltung 13.000 Euro pro Jahr. Für die Anschaffung eines E-Busses können jedoch Fördermittel beantragt werden.

Das mit der Beratung beauftragte Ingenieurbüro stellt in seinem Gutachten fest, dass sich das Streckennetz der SVM grundsätzlich gut für den Einsatz von Elektrobussen eignet. Der Umstieg vom Dieselantrieb auf Elektro ist also möglich. „Für unseren ersten E-Bus können wir eine sogenannte Nachtladetechnik einsetzen. Das bedeutet, der Bus wird in etwa acht Stunden über Nacht voll aufgeladen. Hierfür reicht auch unsere bisherige Stromversorgung aus. Die Linie MKK-22 von Wachenbuchen nach Dörnigheim über den Bahnhof Ost wurde ausgewählt, weil sie mit rund neun Kilometern unsere kürzeste ist. Auf dieser Linie wollen wir im Rahmen des Pilotprojektes testen, wie alltagstauglich ein E-Bus ist. Wollen wir die neue Technik auf allen unseren – deutlich längeren - Strecken einsetzen, müssen wir in eine ausgefeilte Lade-Infrastruktur investieren“, informiert SVM-Geschäftsführer Werner Zang.

Deshalb soll parallel zur Anschaffung des ersten E-Busses eine detailliertere Machbarkeitsstudie erstellt werden, die aus zwei Varianten die passende E-Bus-Technik festlegt: Infrage kommt der Einsatz von Batteriebussen mit dem Konzept der sogenannten Gelegenheitsladung oder der Einsatz von Brennstoffzellenbussen. Untersucht und verglichen werden mögliche Standorte für die Infrastruktur, der erforderliche Ausbau/ Ertüchtigung des Bus-Depots auf dem Gelände des Eigenbetriebs Betriebshofs, der Planungsaufwand sowie die Gesamtkostenkalkulation.

„Die Studie wird uns eine verlässliche Basis bieten, schließlich will eine solch zukunftsweisende Umstellung wohlüberlegt sein. Steht die für uns passende Technologie fest, können wir entsprechende Investitionen tätigen und schrittweise unsere vorhandenen Busse durch E-Busse austauschen“, berichtet Monika Böttcher. Momentan verfügt die SVM über zwölf Busse sowie drei Verstärker- und Reservefahrzeuge. Ein Wechsel auf den E-Antrieb würde im Rahmen der turnusmäßigen Neubeschaffung erfolgen, wenn ein Fahrzeug zu alt oder gar kaputt ist.

„Gerade im öffentlichen Personennahverkehr sind wir dazu verpflichtet mit gutem Beispiel voranzugehen. Nur durch alternative Antriebe können wir zu einer nachhaltigen Emissionsminderung im städtischen Verkehr beitragen. Und davon profitieren die Bürgerinnen und Bürger, denn unsere Stadt wird dadurch ruhiger, die Lebensqualität steigt“, so Monika Böttcher abschließend, die auch privat rein elektrisch unterwegs ist. (pm) +++