Vier Spieltage vor Schluss

Johannesberg kürt sich zum Meister der Oberliga

Meisterliche Johannesberger: Erik Köhler, Moritz Heurich, Alexander Burghardt und Raphael Wahl (von links).
Foto: Privat

13.03.2018 / BILLARD - Bereits zwei Monate vor Saisonende feiern die Queuekünstler SG Johannesberg die Oberliga-Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga. Weder Hanau am Samstag noch Gelnhausen am Sonntag konnten die Siegesserie der Fuldaer stoppen. Mit 14 Siegen aus 14 Spielen und den erneuten Punktverlusten der Konkurrenz sind die Würfel für diese Saison gefallen.

BC Sharks Hanau – SG Johannesberg 2:6

Am Samstag um 11 Uhr war Break-Off zum 13. Spieltag. Für die SG traten Daniel Erdmann, Raphael Wahl, Marcus Rohe und Erik Köhler an. Schnell zeigte sich die Überlegenheit der Domstädter. Rohe, Wahl und Erdmann sicherten die ersten drei Einzelduelle für Fulda, lediglich Erik Köhler hatte mit dem Hanauer Achim Braunbeck  einen „harten Brocken“ erwischt. In der Disziplin 14/1 endlos entwickelte sich von Anfang an ein enges Duell, bei dem sich keiner der beiden Kontrahenten entscheidend absetzen konnte.

Die Spannung gipfelte auf der Zielgeraden, als beim Zwischenstand von 122:123 noch ein Safeduell die Zuschauer in Atem hielt. Diesmal war nicht der Osthesse der Glücklichere, die Partie endete 125:124 für den Hanauer. Den Ärger wegen dieser denkbar knappen Niederlage ließ Köhler dann an seinem nächsten Gegner aus. Der Hanauer Bencir Hakar führte bereits mit 4:2, musste dann jedoch tatenlos mitansehen, wie Köhler fünf Spiele infolge fehlerlos bis zum 7:4 Sieg durchspielte.

Raphael Wahl und Marcus Rohe besiegten ebenfalls ihre Gegner, Daniel Erdmann hatte mit Achim Braunbeck ein Deja-Vu, verlor genau wie Köhler zuvor denkbar knapp mit 6:7 im 10-Ball. Damit lautete der Endstand 6:2 für die SG Johannesberg.

SG Johannesberg – PBC Gelnhausen 7:1

Schon vor dem Anstoß gegen den Tabellenletzten aus Gelnhausen stand fest: Holt die SG ein Unentschieden, ist die Meisterschaft gelaufen. Kaum einer der Anwesenden zweifelte an einem Festtag, zumal die Gäste auch weiterhin auf den Ex-Fuldaer Vyacheslav Nemcheninov verzichten mussten, der an einem Bänderriss laboriert. Die SG trat diesmal in veränderter Aufstellung an. Für die noch am Vortag aufgebotenen Erdmann und Rohe wurden Moritz Heurich und Alexander Burghardt eingesetzt.

Auf den Spielverlauf hatte dies allerdings nur wenig Auswirkungen. Bereits zum neunten Mal im 14ten Spiel stand es zur Halbzeit schon 4:0 für die SGJ. Für Spannung sorgte wieder einmal nur Erik Köhler, der allerdings auch schon wieder den deutlich stärksten Gegner hatte. Anders als vortags ging der Punkt diesmal an den Fuldaer Youngster. Mit dem Stoß des Tages, Weiße eine Vorbande auf Acht, und diese eine Bande Mitte beendete Köhler das Duell mit einem Paukenschlag zum 7:6-Einzelsieg.

Köhlers Gegner, der Gelnhausener Michael Klaus Haag, war auch in der zweiten Hälfte der einzige Gastspieler, der den Hausherren Kopfschmerzen bereitete. Diesmal ärgerte er Alexander Burghardt, der mit einem 1:7 die einzige Einzelniederlage des Tages einfuhr. Der Endstand lautete damit 7:1 für die SG Johannesberg.

Die qualitative Breite der SG Johannesberg sei dieses Jahr einer der Erfolgsgaranten gewesen. Während andere Teams einen Spielerausfall nur schwer oder gar nicht kompensieren konnten, verfügen die Fuldaer gleich über sechs Spieler, die eine Siegquote von mindestens 50 Prozent haben. Allen voran der mehrfache Deutsche Meister und Europameister Raphael Wahl, der mittlerweile 28 Siege aus 28 Duellen verbucht und damit mit Abstand bester Einzelspieler der Oberliga ist. Auch die Entwicklung des zweiten Eigengewächses, Erik Köhler, ist enorm, letztendlich konstatiert vom Gewinn der Hessenmeisterschaft und unterlegt vom aktuellen dritten Platz in der Einzelwertung der Oberliga.

Das große Saisonziel, Aufstieg in die Regionalliga, ist erreicht. Damit können die Johannesberger schon deutlich früher als erwartet mit den Planungen für die nächste Saison beginnen. Personelle Veränderungen werden laut Abteilungsleiter Alexander Burghardt nicht vorgenommen. Die Mannschaft sei stark genug, um auch in der Regionalliga ein gewichtiges Wort mitreden zu können.

Mit Zielen für die nächste Saison sind die Verantwortlichen noch vorsichtig. „Es ist noch nicht abzuschätzen, in welche Regionalliga wir eingeteilt werden und wie diese dann besetzt sein wird“, meint Burghardt. Schlimmstenfalls kommt die SG in die Regionalliga Ost, in der sich aktuell gleich sechs Berliner Mannschaften tummeln. Zur Deckung der Kosten für den Spielbetrieb, vor allem Reisekosten, Hotelunterbringungen hofft der Verein noch auf einige Sponsoren. (pm) +++