Jahreshauptversammlung

Kritik am aktuellen jagdpolitischen Aktionismus - tierschutzgerecht jagen

Bildunterschrift: Der Vorsitzende der Jäger- und Gebrauchshundevereinigung Rhön-Vogelsberg, Dr. Rudolf Leinweber, Zweiter von links, im Kreise der Geehrten.
Foto: Ulrich Schmid

16.05.2018 / NEUHOF - Bei der Jahreshauptversammlung der fast 600 Mitglieder starken Jäger- und Gebrauchshundevereinigung Rhön-Vogelsberg übte dessen Vorsitzender Dr. Rudolf Leinweber im Saal Imhof in Rommerz Kritik am aktuellen jagdpolitischen Aktionismus. Vor etwa 60 Zuhörerinnen und Zuhören appellierte der Vorsitzende daran, auch vor dem Hintergrund der möglicherweise Deutschland erreichenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) tierschutzgerecht zu jagen und den Muttertierschutz stets im Auge zu behalten.

“Wir sollen und müssen beim Schwarzwild regulierend eingreifen, vor allem aber in der Jugend-Klasse”, sagte Leinweber, der auch die ”Hatz und den Krampf bei der Bejagung des Rotwildes” kritisierte. “Der Wald wird für die Errichtung von Windkraftanlagen hingerichtet, die Politik empfängt Luchs und Wolf mit einer wahren Willkommenskultur, man setzt sich für Ablenkfütterungen bei Wisenten ein, nur für Rot- und Rehwild hegt man keine Sympathien”, so Leinweber. Der Vorsitzende ging auf die Vorbereitungen des Landesjägertages am 25. und 26.Mai in Fulda ein, warb nach dem Motto “viele Hände, schnelles Ende” um Freiwillige bei der Ausrichtung der Veranstaltung und stellte das neue Heft der Vereinsnachrichten vor. Heft-Kritik sei erwünscht, sagte Leinweber.

Nachdem Kassenwart Stefan Wess und Kassenprüfer Emil Storch die Finanzsituation des Vereins beleuchtet hatten, erteilte die Versammlung dem Vorstand einstimmig Entlastung, bei Enthaltung des Vorstandes. Besonderes Lob erhielt der Ehrenvorsitzende Otmar Sippel, der sich stark in das Erscheinen des Jubiläumsheftes 50 Jahre Jäger- und Gebrauchshundevereinigung eingebracht hatte. Die Veranstaltung wurde vom Bläsercorps des Vereins unter der Leitung von Bernhard Schütz mit Jagdsignalen und einer Fanfare eröffnet.

Michael Wehner, Leiter der Unteren Jagdbehörde beim Landkreis Fulda, wünschte sich eine bessere Zusammenarbeit zwischen Jägern und Förstern. Er ging zudem auf den aktuellen Stand bei der ASP und die steigenden Erlegungszahlen beim Waschbär ein. Beim Rehwild stagniert die Zahl der erlegten und anderweitig getöteten Tiere im Landkreis in den letzten beiden Jahren bei knapp 5600 Tieren, die Schwarzwildstrecke stieg von 3026 (Jagdjahr 16/17) auf 4471 Tiere (Jagdjahr 17/18) an. (pm) +++