VR Banken Fulda und Schlüchtern fusionieren

Weg für "VR Bank Fulda" frei - Gerhard: "Wir müssen nicht - wir wollen fusionieren!"

Die Zentrale der VR Genossenschaftsbank Fulda in der Bahnhofstraße
Fotos (4): Martin Angelstein

21.06.2018 / FULDA - Jetzt ist der Weg frei, die Weichen für die Fusion der VR Genossenschaftsbank (Genoba) Fulda und der VR Bank Schlüchtern zur neuen VR Bank Fulda sind gestellt. Die Vertreterversammlung der Genoba stimmte am Dienstag im Gemeindezentrum Künzell mit einer Mehrheit von 100 Prozent für die Verschmelzung, die rückwirkend zum 01.01.2018 erfolgen soll. Aufsichtsratsvorsitzender Manfred Schüler, der die Versammlung leitete, bewertete das Abstimmungsergebnis als vollen Erfolg. Bereits gestern Morgen wurde der entsprechende Verschmelzungsvertrag beim Notar unterzeichnet. Alle bisherigen 19 Geschäftsstellen der neuen Bank sollen erhalten bleiben und kein Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verlieren. Das Geldinstitut wird als VR Bank Fulda eG firmieren und seinen Sitz in Fulda haben.

Bei der Versammlung hatten die Vorstände Manfred Gerhard und Thomas Sälzer noch einmal für den Zusammenschluss der beiden Institute geworben. „Die Fusion ist die richtige Weichenstellung mit dem richtigen Partner zum richtigen Zeitpunkt. Wir müssen nicht fusionieren, sondern wir wollen fusionieren“, hatte Gerhard betont. "Mit der Entwicklung unserer Bank im Jahr 2017 sind wir sehr zufrieden, auch wenn die Rahmenbedingungen immer schwieriger werden“, so Manfred Gerhard. Die Niedrigzinsphase mit Null- oder jetzt sogar mit negativen Zinsen sei für die Kreditwirtschaft zu einer besonderen Herausforderung geworden. Dies kratze massiv an dem Geschäftsmodell fast aller Bankengruppen, insbesondere aber an dem der regionalen Banken, wie den Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Vorstand Thomas Sälzer ergänzte: „Durch die Nullzins- bzw. Minuszinspolitik wird die Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise auf dem Rücken der Sparer und zulasten der Altersvorsorge der Bürger ausgetragen." Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen – sowohl ökonomisch als auch regulatorisch – habe die VR Genossenschaftsbank die wesentlichen Positionen ihrer Bilanz deutlich gestärkt und ein gutes Ergebnis erzielt. Die Bilanzsumme sei 2017 um 36,7 Mio. Euro auf 1,3 Mrd. gewachsen.

Dem neuen Vorstand werden Manfred Gerhard, Sprecher des Vorstands, Thomas Sälzer und Frank Mackenroth angehören. Die VR Bank Fulda eG hat rund 380 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 26.000 Mitglieder mit einer Bilanzsumme von 1,8 Milliarden Euro. "Wir haben uns vorgenommen, im Kreditgeschäft mit unseren mittelständischen und privaten Kunden in der Region um insgesamt fünf Prozent zu wachsen“, unterstreicht Thomas Sälzer die aktuelle Entwicklung.

Mit ihrem Filialnetz sei die Bank eine in der Region verwurzelte und verlässliche Größe für Privatkunden und mittelständische Firmen-kunden. Die Marktstellung wolle man durch die Aufrechterhaltung einer hohen Beratungsqualität mithilfe der gut ausgebildeten und hoch motivierten Mitarbeiter weiter sichern, so das Fazit des Gesamtvorstands der VR Genossenschaftsbank Fulda eG. Nach dem positiven Votum sollen ab 15. September die Prozesse zusammengelegt werden. Gerhard ist zuversichtlich: "Wir machen jetzt einen Schritt, den andere erst später tun werden: Die Bündelung von Ressourcen und Expertise ist die Zukunft für Beraterbanken." (pm /Carla Ihle-Becker) +++