24 Stunden am Tag zur Stelle

Bis zu 700 Notrufe pro Woche: Die Leitstelle Vogelsberg und ihre tägliche Arbeit

Einsatzbearbeiter Sebastian Krüger (links) mit Sachgebietsleiter Zentrale Leitstelle/Rettungsdienst Jürgen Schad.
Foto: Gaby Richter

11.02.2019 / LAUTERBACH - Bei einem Notfall sind sie schnell zur Stelle - koordinieren und müssen innerhalb von Sekunden wichtige Entscheidungen treffen - die Einsatzbearbeiter der Leitstelle. Doch welche Aufgaben hat nun die Leitstelle genau? Wie läuft es ab, wenn ein Notruf eingeht? Anlässlich des europäischen Tags des Notrufs 112 haben wir uns bei der Leitstelle Vogelsberg einmal genauer umgehört.

Knapp 26.000 Einsätze gibt es im Vogelsbergkreis jährlich - durchschnittlich gehen 80 bis 100 Notrufe ein, "es führt aber nicht jeder Notruf zu einem Einsatz", so Sachgebietsleiter der Zentrale Jürgen Schad. 13 Einsatzbearbeiter arbeiten rund um die Uhr, sind 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche zur Stelle. Die Mitarbeiter nehmen in erster Linie den Notruf entgegen, dann wird über die alarmierenden Kräfte entschieden. "Der Mitarbeiter alarmiert diese und betreut eventuell den Hilfesuchenden am Telefon und gibt Anweisungen zu lebensrettenden Sofortmaßnahmen, wie zum Beispiel Telefonreanimation", erklärt Schad.

Aufgrund von Aussagen der Notrufteilnehmer, speziell gestellten Fragen und seiner Fachkenntnis entscheidet der Einsatzbearbeiter, welche Einsatzkräfte zu alarmieren sind. Die Rettungskräfte werden durch analoge und digitale Meldeempfänger und Sirenen alarmiert. Zu der normalen Alarmierung besteht zusätzlich die Möglichkeit, die Rettungskräfte über Handy zu informieren. Nach getaner Alarmierung wird der Notruf mit einer speziellen Ausstiegsinformation beendet. Schad erklärt dies mit einem Beispiel: "Die Rettungskräfte sind auf dem Weg zu Ihnen, sollte sich an der Situation etwas ändern, rufen Sie bitte wieder über die 112 an."

Doch wo landet der Anruf, wenn die Leitungen der Leitstelle besetzt sind? "Der Anruf geht ins Halten und ein optisch/akustisches Signal weist den Einsatzbearbeiter darauf hin, dass weitere Notrufe eingehen." Eine Bandansage signalisiert dem Anrufer, dass sein Hilfeersuchen umgehend bearbeitet wird. "Eine Weiterleitung, zum Beispiel an die Polizei, erfolgt nicht automatisch."

Die Leitstelle schickt alle Ereignisse an den Verteiler, die im öffentlichen Interesse sein könnten und in Verbindung mit gemeinsamen Einsätzen der Feuerwehr mit dem Rettungsdienst stehen. Reine Rettungseinsätze, beispielsweise internistisch, chirurgisch oder neurologisch, werden aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht gemeldet. (Luisa Diegel) +++