"Ein bisschen was für die Seele"

Mario Dänner mit 70,01 Prozent im Amt bestätigt - Wahlbeteiligung bei 48,1 Prozent

Neuer und alter Bürgermeister von Tann: Mario Dänner mit seiner Familie
Fotos: Miriam Rommel

11.02.2019 / TANN/RHÖN - Es war keine große Überraschung: Bei der Bürgermeisterwahl in Tann wurde Mario Dänner (Parteilos) am Sonntag mit 70,01 Prozent wiedergewählt. Der gebürtige Hundsbacher (Ortsteil von Tann) war als einziger Kandidat angetreten. Dänner, der den Posten seit 2013 innehat, wird nun in zweiter Amtszeit die Verwaltungsleitung der Rhönstadt übernehmen. Insgesamt gaben 1.195 Bürger ihre Stimme für Dänner ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,1 Prozent.

 „Ich kann nur gratulieren“, sagte Landrat Bernd Woide nach der Bekanntgabe des vorläufigen Wahlergebnisses. „Erst richtig gewählt ist man, wenn man wiedergewählt wurde“, urteilte er. „Ist ein Kandidat neu, dreht sich alles um Wünsche und Hypothesen. Bei einer Amtsbestätigung, so wie heute, sieht das ganz anders aus. Man ist den Menschen kein Unbekannter mehr.“

Der Posten eines Bürgermeisters sei oft auch mit unbequemen Entscheidungen verbunden. „Gerade in Tann brauche ich das eigentlich nicht zu erwähnen. Es ist eine Kommune, die in finanzieller Hinsicht nicht gerade auf Rosen gebettet ist. Aber gerade das macht das Amt aus: Es müssen Beschlüsse gefasst werden, die im Wohle der Stadt stehen.“

Glückwünsche überbrachte auch Amtskollege Markus Röder aus Hofbieber im Namen des hessischen Städte- und Gemeindebundes: „Du hast dich in den letzten sechs Jahren bewiesen. Ich danke dir für die Zeit, die du in die vielen Ortsteile, aber auch in die Kernstadt eingebracht hast. Es gilt viele Dinge zu erkennen und vorausschauend abzuwägen. Oft ist es so, dass eine Entscheidung für eine Partei, als Entscheidung gegen eine andere gewertet wird.“ Es sei schwierig, die Begehren von allen Bürgern zu erfüllen, Dänner sei jedoch ein Mann, der dieser Anforderung gewachsen sei.

Hubert Blum, Bürgermeister von Hilders freute sich darüber, sich nicht mehr an einen neuen Kollegen gewöhnen zu müssen: „Es ist ja so, wir im Ulstertal arbeiten eng zusammen und wir stehen kurz vor der Gründung eines Gemeindeverwaltungsverbandes, da ist es wichtig, dass die Chemie stimmt.“

„Du bleibst Bürgermeister einer wundervollen Stadt, ich weiß schließlich, wovon ich rede“, sagte Markus Meysner in einem kurzen Grußwort. „Man muss aber auch die letzten Jahre einmal Revue passieren lassen und sagen, dass du jemand bist, der gut auf das Geld schaut – und das auch wirklich kann.“ Es sei von größter Wichtigkeit, die Finanzen nie aus den Augen zu verlieren und trotzdem alles für die Gemeinde zu tun, was möglich sei. „Du konntest rund 70 Prozent der Menschen von dem, was du getan hast, überzeugen. Man sieht daran, dass das der richtige Weg war.“ Für die Zukunft wünschte der CDU Landtagsabgeordnete Dänner alles Gute. „Landrat Kramer hat mal gesagt, 50 Prozent und eine Stimme, der Rest ist für die Seele. Also genieße den Sieg, überzeuge die anderen, aber bleibt immer so, wie du bist.“

Der wiedergewählte Mario Dänner war spürbar erleichtert: „Die vielen lieben Worte und Glückwünsche sind, am heutigen Tag, einfach schön.“ Über die große Zustimmung, so sagte er, freue er sich riesig. „Als ich vor sechs Jahren hier angefangen habe, war das eine ganz schwierige Situation. Ich wurde oft gefragt, ob ich gewusst habe, auf was ich mich da einlasse“, so Dänner. Politische Unstimmigkeiten und ein desolater Haushalt hätten ihn gleich zu Beginn seiner Amtszeit erwartet. „Ich bin angetreten, weil ich das wollte, weil Tann meine Heimat ist. Jetzt sind wir in einer besseren finanziellen Lage und ich hoffe, ich kann manche Dinge noch besser machen.“ Das zumindest, so der Bürgermeister, sei sein Anspruch an die Zukunft. (Miriam Rommel) +++